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Ratgeber Technik
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Grundlagen und Praxistipps zu Voice over IP
25. Januar 2006 14:16
Hard und Software

http://www.fh-rosenheim.de/
Softphones sind die einfachste und auch günstigste Möglichkeit eine VoIP-Lösung umzusetzen. Man benötigt hierfür lediglich einen PC und eine Software, die das Telefonieren mit VoIP ermöglicht. Diese Programme erhält man meist kostenlos von den verschiedenen Anbietern wie freenet, 1&1 oder X-Lite. Auch die Firma Nero AG, die bisher nur für Brenner-Software bekannt war, bietet mittlerweile eine entsprechende Software namens "SIPPS" an. Und in Naher Zukunft werden auch die Instant-Messenger wie MSN oder ICQ über die Möglichkeiten des VoIP verfügen. Die Einrichtung dieser Programme ist für Einsteiger nicht sehr schwierig, da sie meist vorkonfiguriert sind. Nur wenn man verschiedene Anbieter nutzen will, kann es etwas umständlicher werden. Anleitungen bieten die meisten Anbieter zurzeit nur für die Programme X-Lite und X-Pro von Xten an.
Eine weitere Möglichkeit sind VoIP-Telefone, die unabhängig vom PC ans Netz angeschlossen werden können. Am besten nutzt man hierfür einen Router, der die Verbindung zum Internet durchgehend offen hält und somit eine ständige Erreichbarkeit gewährleistet. Gute VoIP-Telefone sind bereits ab 60€ im Fachhandel zu erwerben. Wobei die Telefone von Siemens oder Cisco einige der Funktionen auch nur im eigenen VoIP-Netz der Anbieter zur Verfügung stellen. Weitere bekannte Hersteller sind unter anderem Grandstream und Snom.
Aber auch ohne Softphone und VoIP-Telefon ist der Einstieg in VoIP möglich. Wenn man bereits ein analoges Telefon besitzt, das Tonwahlfähig ist, wird lediglich ein Wandler, wie z.B. der HandyTone 486 von Grandstream, benötigt, der einen Anschluss für das Netzwerk besitzt und einen für ein analoges Telefon. Dieses Gerät kann auch gleichzeitig für das Netzwerk als Router eingesetzt werden. Eine weit verbreitete Lösung ist auch die Fritz!Box Fon 5050, die 3 analoge Anschlüsse besitzt und einen ISDN-Anschluss der auch für den Anschluss einer weiteren ISDN-Anlage genutzt werden kann. Die Fritz!Box Fon 7050 besitzt zudem auch noch einen Anschluss für das WLAN.
Die Telefon- bzw. VoIP-Nummer

http://www.vue.com/
An diesem Problem wurde in den letzten Jahren von vielen unterschiedlichen Institutionen gearbeitet und so langsam kristallisiert sich heraus, dass sich das SIP (Session Initiation Protokoll) zu der meist verwendeten Möglichkeit entwickelt. Das SIP ermöglicht die Kommunikation indem sich der Benutzer mit Hilfe von Benutzernamen und Passwort an einem Server anmeldet, von diesem eine SIP-Adresse bekommt, und somit immer unter dieser gleich bleibenden Adresse erreichbar ist. Dieses Protokoll wird z.B. von freenet, 1&1, web.de, nikotel oder auch SIPgate eingesetzt. Skype dagegen ist ein nicht offen gelegtes eigenständiges Protokoll. Dieser Service ist von den meisten Anbietern kostenlos, aber um von einem herkömmlichen Telefon auf einen PC oder auf ein VoIP-Telefon anzurufen braucht man auf jeden Fall eine richtige Telefonnummer, und kommt auch mit der SIP-Nummer nicht weiter. Diese Telefonnummer kann man ebenfalls von einem der Anbieter erhalten, was diese sich aber auch bezahlen lassen. Der Anruf auf diese Nummer geht dann bei dem Anbieter ein und dieser vermittelt Ihn dann weiter zur entsprechenden SIP-Nummer.
In Österreich wurde für die Internet-Telefonie bereits eine eigene Vorwahl, ähnlich der Mobilfunk-Vorwahl, eingerichtet. Diese Lösung wurde ebenfalls von der deutschen Regulierungsbehörde empfohlen. So soll die Vorwahl 032 als Blockkennung für Internet-Telefonie fungieren, was aber wegen der schlechten Erreichbarkeit aus dem Fest- und Mobilfunknetz eher selten der Fall ist. Eine Telefonauskunft für die 032-Vorwahl findet man bereits im Internet auf www.ip-yellow.de oder www.032auskunft.de.
Vor- und Nachteile von VoIP

http://www.handwerkermarkt.de/
Ganz kann man heutzutage aber auf die Telefonleitung noch nicht verzichten, da man für einen DSL-Anschluss noch einen vorhandenen analogen- oder ISDN-Anschluss besitzen muss. Die deutsche Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post und der Verband der deutschen Internetwirtschaft verlangen aber schon nach einer Entbündelung dieser Systeme. Es soll in Zukunft also auch ein DSL-Anschluss ohne vorhandenen Telefonanschluss geben können.
Außerdem eröffnet VoIP eine Vielzahl neuer technischer Möglichkeiten, wie das von Microsoft bereits angekündigte "Click-to-Call", mit Hilfe dessen im Browser durch den Klick auf einen Link direkt eine Telefonverbindung aufgebaut wird. T-Mobile bietet zudem bereits einen neuen Service mit dem Namen "Push-to-Talk" an, der bereits die VoIP Technologie über das GPRS-Datennetz verwendet. Dieser Service funktioniert im Endeffekt wie ein Walkie-Talkie, indem man sich mit einem anderen Benutzer verbindet. Es fallen bei dieser Verbindung nur Kosten an wenn gesprochen wird. Dieser Service wird durch die Verwendung des Internets noch attraktiver und günstiger werden.
Doch es entwickeln sich auch bei VoIP bereits Nachteile, mit denen bisher keiner gerechnet hat. Genau wie beim E-Mail Verkehr ist auch dieses Verfahren anfällig für Spam, da es genau wie beim E-Mail Versand keine zusätzlichen Kosten verursacht. Spam-Versender beginnen bereits aufgezeichnete Werbebotschaften über das Internet massenhaft zu verteilen. Diese Art der Werbebotschaft wird "Spam over Internet-Telephony", oder kurz "SpIT" genannt. Wie diese Art der Werbebotschaften gefiltert oder unterbunden werden können, ist noch nicht vollends geklärt.
Außerdem lassen sich über das Internet geführte Gespräche technisch gesehen relativ leicht abhören. Da hier die Gesprächsdaten als gewöhnlicher Datenstrom, wie bei der herkömmlichen Internetnutzung, versendet wird, bestehen auch hier dieselben Risiken.
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