Ratgeber Technik
Handy-Akkus
10. September 2004 09:01
Jedes Handy ist ab Werk mit einem Akku ausgestattet. Die Hersteller rüsten ihre Geräte mit vier unterschiedliche Akkutypen aus, die in ihrer Leistungsfähigkeit allerdings erheblich voneinander abweichen. Davon, für welchen Sie sich mit dem Kauf eines Handys entscheiden, hängt ganz erheblich ab, ob und wie lange Sie Spass an Ihrem Handy haben werden.
Ein schlechter Akku zwingt das Handy jeden Abend an das Ladegerät und wenn Sie ihn schon früh ersetzen müssen, kostet ein neuer Akku bares Geld.
Die Handy-Hersteller nutzen vier unterschiedliche Akku-Typen:
Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd): Sie kommen in neueren Modellen nicht mehr zum Einsatz. Die Energie-Speicherkapazität ist relativ gering und die Akkus sind sehr empfindlich gegenüber dem sog. Memory-Effekt.
Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH): Haben gegenüber den ersteren eine größere Speicherkapazität und speichern bei gleichem Volumen doppelt so viel Energie wie NiCd-Akkus. NiMH-Akkus arbeiten sehr zuverlässig, sind jedoch bei häufigem Nachladen ebenfalls anfällig für eine Art von Memory-Effekt, den sog. Lazy-Battery-Effekt.
Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion): Sind kleiner und leichter als die erstgenannten Typen und sie ausserdem leistungsfähiger. Li-Ion-Akkus haben gegenüber einem NiMH-Akku eine mehr als doppelt so hohe Speicherkapazität: Zum Vergleich: Der Li-Ion-Akku eines Siemens S35 wiegt bei gleicher Grösse nur etwa die Hälfte des Gewichts des NiMH-Akkus aus dem C35. Dabei fällt die Stand-By Zeit um ca. 60 Stunden länger aus. Li-Ion-Akkus kennen keinen Memory-Effekt und können jederzeit und in jedem Ladezustand aufgeladen werden, und das bis zu 1.000 Mal.
Lithium-Polymer-Akkus (LiPo): Sie haben bei gleichen oder sogar geringeren Maßen eine vergleichbare Leistungsfähigkeit wie LiIon-Akkus. LiPo-Akkus können wegen ihrer physikalischen Struktur nicht nur sehr flach konstruiert werden, sondern in fast beliebige Formen eingepasst werden. Sie kommen ohne Metallgehäuse aus, die Elektroden sind mit einer flexiblen Kunststoff- oder Aluminiumfolie beschichtet. Zudem enthalten diese Akkus keine Flüssigkeit, sondern arbeiten auf einer gelähnlichen Basis. Für Mobiltelefone heißt das, dass sie noch kleiner und noch leichter werden: der LiPo-Akku des Ericsson T28 ist noch nicht mal vier Millimeter dick. Der LiPo-Akku ist derzeit noch die Ausnahme, in den bisher angebotenen Ericsson-Handys zeigt er leider keine bemerkenswerte Ausdauer. Die beste Wahl sind derzeit Handys mit einem LiIon-Akku. Normalerweise findet sich dieser Akkutyp in höherwertigen Geräten - inzwischen gibt es aber auch eine Reihe von Einsteiger-Modellen, die mit dieser Akkutechnik ausgestattet sind.
Grundsätzliches: Je weniger oft Sie einen Akku aufladen, desto länger ist seine Lebensdauer. Daraus resultiert, dass Sie auch NiMH- und LiIon-Akkus möglichst lange nutzen sollten, bis Sie sie wieder aufladen. Besser also, Sie stecken das Handy nicht aus lauter Gewohnheit jeden Abend an das Ladegerät.
NiCd-, NiMH-Akkus: Vor dem ersten Ladevorgang sollte der Akku komplett entladen werden. Der erste Ladevorgang sollte zumindest 10 bis 12 Stunden dauern und nicht unterbrochen werden. Im weiteren Gebrauch sollte der Akku in regelmässigen Abständen vollständig entladen und anschliessend ohne Unterbrechung wieder voll aufgeladen werden. Achten Sie aber darauf, dass Sie den Akku nicht überladen - viele ältere Akkus haben keinen Überladeschutz. Sie sollten nicht länger als 24 bis 30 Stunden am Ladegerät angeschlossen sein.
LiIon-, LiPo-Akkus: Der Umgang mit diesen Akku-Typen ist unproblematisch, er kann zu jedem Zeitpunkt und Ladezustand aufgeladen werden. LiIon- und LiPo-Akkus verwenden eine komplizierte Ladeelektronik, nutzen Sie aus dem Grund ausschliesslich die für sie vorgesehenen Ladegeräte. Die Akkus können normalerweise nicht überladen werden - sie verfügen über einen Überladeschutz. Länger als eine Woche sollten Sie das Handy dennoch nicht am Netzteil lassen.
Memory-Effekt: Der Memory-Effekt tritt ausschließlich bei NiCd-Akkus auf. Bei der Aufladung von NiCd-Akkus vor ihrer vollständigen Entladung, speichert der Akku diese Entladestufe für den nächsten Zyklus in seinem "Gedächtnis" (Memory), obwohl eigentlich noch Kapazität verfügbar wäre. Beim nächsten Entladevorgang "erinnert" sich die Batterie an diese reduzierte Kapazität. Weitere unvollständige Entladezyklen verstärken den Effekt und die Leistungsfähigkeit des Akkus vermindert sich immer weiter. Der mit dem Memory-Effekt einhergehende Leistungsverlust erfolgt meist ziemlich abrupt, was ihn vom sogenannten Lazy-Battery-Effekt unterscheidet. Der Lazy-Battery-Effekt tritt bei NiMH-Akkus auf und wie beim Memory-Effekt auch, sinkt die Kapazität des Akkus. Allerdings geschieht das nicht so plötzlich, sondern der Spannungsabfall verläuft eher moderat. Der Effekt ist zwar langfristiger, hat letztendlich aber die selbe Folge: der Akku wird unbrauchbar. Bei NiMH- und NiCd-Akkus ist also ganz besonders auf regelmässiges Ent- und vollständiges Aufladen zu achten, um die volle Leistungsfähigkeit des Akkus zu erhalten - das schont Ihren Geldbeutel und die Umwelt.
Umwelt: NiMH- und NiCd-Akkus enthalten als unverzichtbaren Bestandteil Schwermetalle. Quecksilber, Cadmium, Nickel und Blei sind extrem gefährliche Stoffe - sie können direkte gesundheitsschädigende Wirkungen auf den Menschen haben und reichern sich in Umwelt und Nahrungskette an und schaden dadurch indirekt wieder dem Menschen. Auch Lithium (aus Lithium-Ionen-Akkus) und die Elektrolyten (Ammoniumchlorid, Kalilauge und Schwefelsäure) sind z.T. ätzende, wasser- oder umweltgefährdende Stoffe.
Gelangen die Batterien und damit die in ihnen enthaltenen Stoffe in den Hausmüll, so können die Schwermetalle ihre schädlichen Umweltwirkungen auf den Deponien über das Grundwasser oder über die Verbrennung entfalten. Schwermetalle können nicht abgebaut werden.
Die Anfang April 1998 veröffentlichte Batterieverordnung verpflichtet alle Hersteller, den Handel und auch die Verbraucher, alle Batterien und Akkus bei Händlern oder kommunalen Sammelstellen zurück zu geben (§§ 3 und 15 der Batterieverordnung). Im Gegenzug heisst das, jeder Händler der Batterien im Sortiment führt ist verpflichtet, Ihre alten Batterien und Akkus zurückzunehmen. Das erspart Ihnen die mühselige Trennung, verbietet Ihnen aber im Gegenzug, überhaupt noch eine Batterie in den Hausmüll zu werfen.
Ein schlechter Akku zwingt das Handy jeden Abend an das Ladegerät und wenn Sie ihn schon früh ersetzen müssen, kostet ein neuer Akku bares Geld.
Welche Akku-Typen gibt es?
Die Handy-Hersteller nutzen vier unterschiedliche Akku-Typen:
Nickel-Cadmium-Akkus (NiCd): Sie kommen in neueren Modellen nicht mehr zum Einsatz. Die Energie-Speicherkapazität ist relativ gering und die Akkus sind sehr empfindlich gegenüber dem sog. Memory-Effekt.
Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH): Haben gegenüber den ersteren eine größere Speicherkapazität und speichern bei gleichem Volumen doppelt so viel Energie wie NiCd-Akkus. NiMH-Akkus arbeiten sehr zuverlässig, sind jedoch bei häufigem Nachladen ebenfalls anfällig für eine Art von Memory-Effekt, den sog. Lazy-Battery-Effekt.
Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion): Sind kleiner und leichter als die erstgenannten Typen und sie ausserdem leistungsfähiger. Li-Ion-Akkus haben gegenüber einem NiMH-Akku eine mehr als doppelt so hohe Speicherkapazität: Zum Vergleich: Der Li-Ion-Akku eines Siemens S35 wiegt bei gleicher Grösse nur etwa die Hälfte des Gewichts des NiMH-Akkus aus dem C35. Dabei fällt die Stand-By Zeit um ca. 60 Stunden länger aus. Li-Ion-Akkus kennen keinen Memory-Effekt und können jederzeit und in jedem Ladezustand aufgeladen werden, und das bis zu 1.000 Mal.
Lithium-Polymer-Akkus (LiPo): Sie haben bei gleichen oder sogar geringeren Maßen eine vergleichbare Leistungsfähigkeit wie LiIon-Akkus. LiPo-Akkus können wegen ihrer physikalischen Struktur nicht nur sehr flach konstruiert werden, sondern in fast beliebige Formen eingepasst werden. Sie kommen ohne Metallgehäuse aus, die Elektroden sind mit einer flexiblen Kunststoff- oder Aluminiumfolie beschichtet. Zudem enthalten diese Akkus keine Flüssigkeit, sondern arbeiten auf einer gelähnlichen Basis. Für Mobiltelefone heißt das, dass sie noch kleiner und noch leichter werden: der LiPo-Akku des Ericsson T28 ist noch nicht mal vier Millimeter dick. Der LiPo-Akku ist derzeit noch die Ausnahme, in den bisher angebotenen Ericsson-Handys zeigt er leider keine bemerkenswerte Ausdauer. Die beste Wahl sind derzeit Handys mit einem LiIon-Akku. Normalerweise findet sich dieser Akkutyp in höherwertigen Geräten - inzwischen gibt es aber auch eine Reihe von Einsteiger-Modellen, die mit dieser Akkutechnik ausgestattet sind.
Die Pflege von Akkus
Grundsätzliches: Je weniger oft Sie einen Akku aufladen, desto länger ist seine Lebensdauer. Daraus resultiert, dass Sie auch NiMH- und LiIon-Akkus möglichst lange nutzen sollten, bis Sie sie wieder aufladen. Besser also, Sie stecken das Handy nicht aus lauter Gewohnheit jeden Abend an das Ladegerät.
NiCd-, NiMH-Akkus: Vor dem ersten Ladevorgang sollte der Akku komplett entladen werden. Der erste Ladevorgang sollte zumindest 10 bis 12 Stunden dauern und nicht unterbrochen werden. Im weiteren Gebrauch sollte der Akku in regelmässigen Abständen vollständig entladen und anschliessend ohne Unterbrechung wieder voll aufgeladen werden. Achten Sie aber darauf, dass Sie den Akku nicht überladen - viele ältere Akkus haben keinen Überladeschutz. Sie sollten nicht länger als 24 bis 30 Stunden am Ladegerät angeschlossen sein.
LiIon-, LiPo-Akkus: Der Umgang mit diesen Akku-Typen ist unproblematisch, er kann zu jedem Zeitpunkt und Ladezustand aufgeladen werden. LiIon- und LiPo-Akkus verwenden eine komplizierte Ladeelektronik, nutzen Sie aus dem Grund ausschliesslich die für sie vorgesehenen Ladegeräte. Die Akkus können normalerweise nicht überladen werden - sie verfügen über einen Überladeschutz. Länger als eine Woche sollten Sie das Handy dennoch nicht am Netzteil lassen.
Memory-Effekt: Der Memory-Effekt tritt ausschließlich bei NiCd-Akkus auf. Bei der Aufladung von NiCd-Akkus vor ihrer vollständigen Entladung, speichert der Akku diese Entladestufe für den nächsten Zyklus in seinem "Gedächtnis" (Memory), obwohl eigentlich noch Kapazität verfügbar wäre. Beim nächsten Entladevorgang "erinnert" sich die Batterie an diese reduzierte Kapazität. Weitere unvollständige Entladezyklen verstärken den Effekt und die Leistungsfähigkeit des Akkus vermindert sich immer weiter. Der mit dem Memory-Effekt einhergehende Leistungsverlust erfolgt meist ziemlich abrupt, was ihn vom sogenannten Lazy-Battery-Effekt unterscheidet. Der Lazy-Battery-Effekt tritt bei NiMH-Akkus auf und wie beim Memory-Effekt auch, sinkt die Kapazität des Akkus. Allerdings geschieht das nicht so plötzlich, sondern der Spannungsabfall verläuft eher moderat. Der Effekt ist zwar langfristiger, hat letztendlich aber die selbe Folge: der Akku wird unbrauchbar. Bei NiMH- und NiCd-Akkus ist also ganz besonders auf regelmässiges Ent- und vollständiges Aufladen zu achten, um die volle Leistungsfähigkeit des Akkus zu erhalten - das schont Ihren Geldbeutel und die Umwelt.
Umwelt: NiMH- und NiCd-Akkus enthalten als unverzichtbaren Bestandteil Schwermetalle. Quecksilber, Cadmium, Nickel und Blei sind extrem gefährliche Stoffe - sie können direkte gesundheitsschädigende Wirkungen auf den Menschen haben und reichern sich in Umwelt und Nahrungskette an und schaden dadurch indirekt wieder dem Menschen. Auch Lithium (aus Lithium-Ionen-Akkus) und die Elektrolyten (Ammoniumchlorid, Kalilauge und Schwefelsäure) sind z.T. ätzende, wasser- oder umweltgefährdende Stoffe.
Gelangen die Batterien und damit die in ihnen enthaltenen Stoffe in den Hausmüll, so können die Schwermetalle ihre schädlichen Umweltwirkungen auf den Deponien über das Grundwasser oder über die Verbrennung entfalten. Schwermetalle können nicht abgebaut werden.
Die Anfang April 1998 veröffentlichte Batterieverordnung verpflichtet alle Hersteller, den Handel und auch die Verbraucher, alle Batterien und Akkus bei Händlern oder kommunalen Sammelstellen zurück zu geben (§§ 3 und 15 der Batterieverordnung). Im Gegenzug heisst das, jeder Händler der Batterien im Sortiment führt ist verpflichtet, Ihre alten Batterien und Akkus zurückzunehmen. Das erspart Ihnen die mühselige Trennung, verbietet Ihnen aber im Gegenzug, überhaupt noch eine Batterie in den Hausmüll zu werfen.


