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Ratgeber Technik
i-mode
20. Mai 2005 10:14
Was ist i-mode?
In i-mode kann man bei oberflächlicher Betrachtung den Nachfolger von WAP sehen. Es ist alles das, was WAP eigentlich schon immer sein sollte: schnell, multimedial und in Farbe. Der Zugang zur Welt für die Westentasche mit News, Logos, Klingeltönen, Fahrplänen, Stadtplänen, Spielen usw. immer und überall dabei.
Bei näherer Betrachtung wird klar, dass schon die Grundlage von WAP eine völlig andere ist. Die Abrechnung erfolgt hier leistungsgebunden, d.h. der Kunde belegt für die gesamte Nutzungsdauer einen Mobilfunkkanal. Abgerechnet wird hier in Zeiteinheiten. i-mode arbeitet dagegen wie GPRS paketorientiert. Die Abrechnung erfolgt nicht über die Zeit sondern über die übertragene Datenmenge. Die Daten werden für die Übertragung in kleine Datenpakete zerteilt, die über unteschiedliche Wege zum Empfänger gelangen. Dort werden sie anschließend wieder zusammengesetzt. Auf dem Display ist das Ergebnis gleich. Vornehmlich textlastige Seiten werden angezeigt, die Navigation geschieht ähnlich wie im WWW über Links.
Neben diesem technischen Aspekt gibt es einen gravierenden Unterschied: Während WAP eine Technologie ist, handelt es sich bei i-mode in erster Linie um ein Geschäftsmodell. Während bei WAP die Netzbetreiber selber für die Inhalte sorgen, kümmern sich bei i-mode Drittanbieter um das Serviceangebot. Diese Arbeitsteilung ist lukrativ: Ungefähr 85 Prozent der Einnahmen fließen an die Contentanbieter, 15 Prozent bekommen die Netzanbieter (in Deutschland E-Plus). Im "Geburtsland" Japan haben mehr als 2000 Unternehmen Verträge mit dem Netzbetreiber NTT DoCoMo geschlossen. Zum Start von i-mode in Deutschland im April 2002 hatten rund 80 Partner Verträge mit E-Plus.
Der Vorteil liegt in der Qualität des Content: Die Gestaltung der Inhalte wird denen überlassen, die etwas davon verstehen. So bietet die Deutsche Bahn ihre Fahrpläne an, Falk kümmert sich um die Stadtpläne und Verlage präsentieren ihr Angebot.
Praktische Grundlage hierfür liegt in der Ähnlichkeit der Programmiersprache i-HTML mit dem im Internet gebräuchlichen HTML. Die Übertragung von Inhalten aus dem World Wide Web auf i-mode ist problemlos möglich. Dagegen müssen WAP-Seiten komplett in WML (Wireless Markup Language) umgeschrieben werden. Dieser Aufwand lohnt sich für Drittanbieter nicht.
Welche Dienste gibt es?
E-Plus ist für i-mode lediglich der Dienstleister, der die Technik für die Datenübermittlung bereithält und für die Abrechnung sorgt. Es folgen einige Services, die über i-mode zu nutzen sind.
- ADAC-Staumelder
Warnungen vor Engpässen auf der Autobahn oder im Stadtverkehr. Für das Wochenende werden Stau-Prognosen aufgestellt. - Amica-Singlebox
>40 000 Singles stehen in einer Datenbank für die Partnersuche mit dem Handy bereit. - Bringdienst.de
Gibt Auskunft über Lieferservices in ganz Deutschland. Eine direkte Bestellung ist möglich. - Brockhaus
Der Brockhaus hilft mit mehr als 55 000 Stichwörtern zu vielen Fragen. - Cinema-Kinotimer
Auskunft über laufende Filme und deren Vorführungsorte. - Deutsche Bahn
Die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn. - ebay
Mit dem i-mode-Portal von ebay immer Anschluss an laufende Auktionen. - Eventim
Tickets für mehr als 8000 Ereignisse per Handy bestellen. - Falk
Mobile Land- und Stadtkarten von Falk. - Fleurop
Einfaches Ordern von Blumen per i-mode. - Foto Quelle Mobile Picture
Bilder jeglicher Art lassen sich über diesen Service an kompatible i-mode-Geräte senden. - Game-Group-Spiele
Kleine Spiele für zwischendurch. - GuensTiger.de
Preisvergleich bei Online-Händlern. - Handy.de
Logos und Klingeltöne usw. direkt aufs Mobiltelefon downloaden. - Hotel Reservation Service
Weltweite Buchung von über 90 000 Hotels weltweit. - Kicker
News, Spielstände und Hintergründe direkt aufs Handy. - Max-City-Guides
Insider-Tipps für viele große Städte. Mit Erinnerungs-Funktion für Veranstaltungen. - Playboy
Erotik-Bilder, Playgirl des Tages, Erotik-Comics u.v.m. - TV Spielfilm
Das aktuelle Fernsehprogramm, der Film-Tipp des Tages.
Was kostet i-mode?
i-mode biete für jeden "Surf-Typ" einen passenden Tarif an. So ist der Einsteiger-Tarif für "Gelegenheitssurfer" schon für 2 Cent für pro Kb ohne Grundgebühr zu haben. Doch Achtung, ab einer bestimmten Anzahl von angesurften Seiten, verschickten Mails und Bildern sind Tarife mit Grundgebühr und einem bestimmten Freikontingent günstiger.
Dies sind lediglich die Kosten für die Übertragung. Hinzu kommen die Preise der eigentlichen i-mode-Services. Zwar sind einige Information und Dienste kostenlos, vieles muß allerdings im ABO-Dienst zusätzlich erworben werden. Ein Abonnement kostet zwischen 0,25 und 2 Euro pro Monat.
Zusammen mit dem i-mode-Handy erhält der Kunde eine i-mail-Adresse. Die Zahl der Textzeichen ist auf 1000 beschränkt; es können Anhänge versendet und empfangen werden.
Wahrscheinlich hat diese Preisstruktur dafür gesorgt, dass i-mode bisher kein ähnlicher Erfolg wie in Japan vergönnt gewesen ist.
Fazit
Ein Vorteil von i-mode ist der, dass es im Gegensatz zu den ehemals neuen Technologien WAP oder GPRS funktionsfähig ist. Kurz nach den ersten Tests gab es in seltenen Einzelfällen nicht verfügbare Dienste. Komplette Verbindungsausfälle oder Geräte-Abstürze kamen jedoch nicht vor.
Die Einwahl erfolgt recht schnell. Nach durchschnittlich 5 Sekunden werden die i-mode-Seiten angezeigt. Dies schafft WAP auch mit der Hilfe von GPRS bisher nicht. Die Navigation ist einfach und meistens intuitiv.
Bilder empfangen, News abrufen, Klingeltöne herunterladen, Stadtpläne anzeigen oder E-Mails - mit i-mode kein Problem. Das Eingeben längerer Texte ist hardwarebedingt nach wie vor unkomfortabel.
Ein Wehrmutstropfen nach so vielen guten Nachrichten sind eindeutig die Preise. Neben der noch vertretbaren Grundgebühr und den relativ hohen Verbindungsentgelten für GPRS schlagen die Kosten für die eigentlichen Services sehr stark zu Buche.
Eine Konkurrenzsituation zwischen i-mode und dem antiquierten WAP wird es nicht geben. Lediglich der Nachfolger, WAP 2.0, der auch Animationen, Bilder und Farbe unterstützen wird, könnte prinzipiell ein Konkurrent sein. Da WAP 2.0 auf XHTML (eine weitere Variante von HTML) basiert und i-mode zukünftig auch XHTML-kompatibel sein soll, ist ein Zusammenwachsen beider Technologien zu erwarten.




