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Ratgeber Technik

UMTS

9. September 2004 11:33
 

UMTS (Universal Mobile Telekommunication System) ist die vom Europäischen Standardisierungsgremium ETSI gewählte Bezeichnung für Mobilfunksysteme der dritten Generation. Anders als bei GSM, das nur für die Sprachkommunikation konzipiert wurde, ermöglicht UMTS mobile Übertragung von Sprache, Bild, Video und Datenübermittlung. Eine völlig neue Funkübertragungstechnik wurde dafür entwickelt.


Ferner ermöglicht UMTS weltweites versenden von Faxen, auch während Videokonferenzen. Mehrere Mobilfunkanwendungen können mit hohen Übertragungsraten gleichzeitig durchgeführt werden. Im landesweiten Mobilfunknetz zum Beispiel mindestens 384 kbps, bei Anwendungen mit begrenzter Reichweite sogar bis zu 2 Mbits.

Mit Hilfe einer einzigartigen Breitbandtechnik ist es möglich, den Markt mit drahtlosen Multi-Media-Diensten zu erobern, deren Schwerpunkte ebenso in der paket-orientierten Vermittlung und dem Internet-Protokoll liegen, sowie in den IT-Netzwerktechnologien für höhere Kapazitäten und effektivere Bandbreitennutzung auf Abruf (bandwidth on demand). Ob im Büro oder auf der Straße, in der Stadt oder auf dem Land, sogar in abgelegenen Gegenden können die drahtlosen Multimedia-Dienste genutzt werden. Dies gilt auch für das Audio- und Video-Telefon mit graphischer Anzeige und ebenfalls für die "multimedialen" Endgeräte mit hoher Rechenleistung. Alles ist verbrauchergerecht aufgebaut.

UMTS bietet Zugang zu innovativen Diensten, da es weltweit seine bevorzugten Ressourcen nutzen kann und ebenso Zugang zu seinen persönlichen Informationen hat. Neben den Service- und Informationsprovidern auf breitbandigen Netzen, erweitert UMTS diese durch einen Kommunikationskanal und wird der Breitbandtechnik in schnellerer Zugriffszeit gerecht. Zusammen mit den digitalen Netzen und den erweiterten personalisierten Netzdiensten bildet UMTS damit die Verschmelzung zwischen Fest- und Mobilnetz. UMTS ist also mehr als ein neues mobiles Telefonsystem. Es ist vielmehr die Summe aller bislang bekannten mobilen, drahtlosen Multimedia-Informationssysteme und damit eine bedeutende Chance für die gesamte IT-Gemeinschaft: die Telekommunikationsindustrie, die Elektrokonsumindustrie, die Informationsanbieter und nicht zuletzt für den Verbraucher.


UMTS - Wie funktioniert das?

GSM ist noch der aktuelle Mobilfunk-Standard (Global system for Mobile Communucation). Hauptsächlich ist GSM für die Sprachübertragung und kaum für eine kommerzielle Datenübertragung vorgesehen. Für Sprach-, Daten- und Multimedia-Dienste sind 9,6 KB/s zu wenig, um diese neue Mobilfunk-Generation anzubieten. Mit einer neuen Handy-Generation liefert UTMS Übertragungsraten von bis zu zwei Megabit.

Das bedeutet, dass UTMS 200mal schneller als heutige Mobiltelefone und bis zu 30mal schneller als ISDN ist. Die neue Art von Kommunikation wird in Europa seit 2002 (stufenweise) eingeführt. UTMS benutzt neue Frequenzbereiche, dies erfordert für den Nutzer die Anschaffung neuer Endgeräte. Der Gebrauch von herkömmlichen Handys in Zusammenhang mit UTMS ist nicht möglich.


UMTS - Die dritte Generation

20 Jahre ist die Mobiltelefonie nun alt und in den letzten Jahren verlief die Entwicklung besonders rasant. Alle Welt spricht von der neuen Generation der mobilen Kommunikation. 3G oder 3. Generation heisst die Konsequenz aus leistungsfähigeren Geräten und dem Zusammenwachsen unterschiedlicher Technologien. Damit sind selbst gewagte Zukunftsszenarien in greifbare Nähe gerückt und was noch vor wenigen Jahren als Zukunftsmusik abgetan wurde, ist Realität.

Kennzeichnend für die 3. Generation ist eine schnelle Datenübertragung, die auch den mobilen Zugriff auf umfangreiche und datenintensive Dienste auf Intra- oder Internetbasis ermöglicht. Ähnlich der Übertragung im Internet, basiert auch sie auf der paketweisen Übermittlung von Daten. Aufgrund höherer Bandbreiten lassen sich aber auch größere Datenmengen wie z.B. Videoinhalte oder Musik drahtlos auf ein Gerät übertragen, das nicht größer ist als ein gegenwärtiges Mobiltelefon.

An konkreten Anwendungsmöglichkeiten fehlt es nicht. So kann ein Benutzer nicht nur das örtliche Kinoprogramm abrufen, sondern auch auf die zur Verfügung stehenden Trailer zugreifen, um seine Wahl für den Abend zu treffen. Für Touristen liegen Reiseführer im Internet bereit, die Stadtpläne und Informationen zu Sehenswürdigkeiten enthalten. Sie werden auch unterwegs zur Verfügung stehen.

Arbeitsgruppen treffen sich nicht nur per Videokonferenz, sondern haben auch Zugang zu gemeinsam genutzten Daten und Bildern. Neben dem direkten Zugriff auf das Internet ist das Mobiltelefon der 3. Generation auch für andere Geräte wie Notebooks, PDAs und digitale Kameras ein mobiles Tor zu den Datennetzen der Welt.


UMTS - Endgeräte

Da UMTS in einem neuen, eigenen Frequenzbereich betrieben wird, werden entsprechende Endgeräte benötigt. Kombinierte GSM/UMTS Geräte sind erforderlich, um in UMTS-Sende- und Empfangsgebieten Multimediafähigkeit zu nutzen. Dort wo UMTS zu Beginn noch nicht zur Verfügung steht, können GSM-Dienste genutzt werden.

Neue UMTS Endgeräte sind mit eingebauter Kamera und Bildschirm ausgerüstet, sind aber auch denkbar als Computer, Autoradios etc.


UMTS - Netze

Mit UMTS wurde eine komplett neue Funktechnik eingeführt, die in existierenden GSM Netzen parallel zur GSM Funktechnik betrieben wird. Im Verbindungsnetzbereich sind für die Unterstützung der Multimediafähigkeit entsprechende Anpassungen erforderlich. Auch wenn UMTS sehr viel Neues mit sich bringt, ist es kein vollständig neues System. UMTS-Standard und -Technologie basieren auf GSM. Bewährte Komponenten werden soweit wie möglich weiter verwendet oder gegebenenfalls modifiziert. Man wird bei UMTS vieles wiederfinden, was GSM bereits erfolgreich machte.


UMTS - Was ist möglich mit der Technik?

Mit UMTS eröffnen sich dem Anwender völlig neue Möglichkeiten der mobilen Kommunikation. Alles wird schneller und einfacher mit UMTS. UMTS ermöglicht Services, die mit dem jetzigen GSM-Standard längst nicht möglich sind.

Auch die Weiterentwicklungen GPRS und EDGE reichen nicht an die Möglichkeiten von UMTS heran. Hier ein kleiner Überblick, was UMTS für Dienste ermöglicht. Für UMTS sind völlig neue Geräte und neue Mobilfunknetze erforderlich.


Anwendungen für den Massenmarkt
» www-Zugriff
» Mobile E-Mail-Dienste
» Mobile Bankdienste

Vertikale Anwendungen
» Mobile Verkehrsleitsysteme
» Flotten-Management
» Positionsdienste

Multimediale Anwendungen
» Mobile Videokonferenz
» Digitale Postkarten

Mobile Sprach- und Audiodienste
» Musik
» Video
» "High-Quality" Sprachdienste



 
 
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