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Ratgeber Technik

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UMTS - Handynetz der 3. Generation

7. April 2006 11:37
 

UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) ist der Nachfolger des bisherigen GSM-Netzes und wird auch als Netz der 3. Generation bezeichnet. Standardisiert wurde es ursprünglich vom ETSI (Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen) und wird heute von 3GPP (3rd Generation Partnership Project) weiter gepflegt.


Inhalt



  • Was ist UMTS?
  • Die Geschichte der Netze
    • Das A-Netz
    • Das B-Netz
    • Das C-Netz
    • GSM
    • Das D-Netz
    • Das E-Netz
    • UMTS
  • Frequenzbereiche von UMTS
  • Das Milliardengeschäft: die Lizenzversteigerung
  • Die mit UMTS unterstützten Dienste
    • Mobiles Nomadentum
    • Private Dienste
    • Maschine-Maschine-Kommunikation
  • Technische Daten
    • Datenübertragungsverfahren
    • Erweiterungen
    • Systemarchitektur

Was ist UMTS?



UMTS bietet neue Möglichkeiten für schnelle Datenübertragungen und komplexe Anwendungen. Es sind dabei Datenübertragungsraten von 2Mbit/s möglich. Diese Geschwindigkeit wird jedoch nicht flächendeckend erreicht. Nur in Hauptballungsräumen wie z.B. Flughäfen, Bahnhöfen und Einkaufszentren kann man mit der Höchstgeschwindigkeit rechnen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit von UMTS beträgt 384 kbit/s. Genau diese 384 kbit/s sind heutzutage aber ausreichend, um eine professionelle und qualitativ hochwertige Video-Konferenz durchzuführen.

Die neue Technik bietet dem Anwender z.B. Möglichkeiten für einen mobilen Internetzugang, eCommerce, Multimedia-Anwendungen oder Video-Übertragungen. Für die Betreiber bedeutet UMTS erhebliche Investitionen, da die Zahl der benötigten Basisstationen für eine Flächenabdeckung zwischen 8.000 - 10.000 pro Netz liegen dürfte.

Die Geschichte der Netze



Im Jahr 1918 wurden die ersten Versuche mit Funktelefongesprächen während der Zugfahrt von der Deutschen Reichsbahn im Raum Berlin unternommen. Die Antenne bestand dabei aus auf dem Dach der Bahn gespannten Drähten, die das Signal mittels der an der Bahnstrecke entlang laufenden Telegrafenleitungen übermittelte. Mitte der 30er-Jahre wurden dann die ersten Versuche im Mittel- und Kurzwellenbereich durchgeführt.
In den USA wurde 1946 das erste Funknetz aufgebaut und in Deutschland wurden Anfang der 50er-Jahre in verschiedenen Regionen lokale Netze aufgebaut, wie z.B. das Hafen- oder Rhein-Funknetz.

Das A-Netz



Das erste Netz, welches wirklich als Mobilfunknetz bezeichnet werden konnte, war in Deutschland das 1958 von der Bundespost eingeführte A-Netz. Es war ein rein analoges Netz das noch handvermittelt wurde. Bei dieser Technik musste das Gespräch immer neu aufgebaut werden, wenn man vom Bereich einer Landfunkstelle in den Bereich einer anderen Landfunkstelle kam. Außerdem waren noch keine Auslandsgespräche möglich.

Da die Kosten für das mobile Telefonieren unglaublich hoch waren, blieb es ein Privileg der Reichen und derer die es beruflich nutzten, wie z.B. Politiker oder Unternehmer. Trotzdem war das A-Netz seinerzeit das größte flächendeckende Mobilfunknetz der Welt. Auch waren die Telefone noch sehr groß, so benötigte man für ein Telefon die Hälfte seines Kofferraums und der Preis belief sich auf 8.000 - 15.000 DM.

Der monatliche Grundpreis betrug anfangs 66.- DM später 270.- DM. Hinzu kamen zusätzliche Gebühren für die Funkverkehrsbereiche. Die höchste Teilnehmerzahl lag knapp über 10.000. 1977 wurde der Betrieb des A-Netzes endgültig eingestellt.

Das B-Netz



Zum Ende des A-Netzes wurde 1972 bereits das wesentlich fortschrittlichere B-Netz in Betrieb genommen. Hierbei wurde erstmals die Handvermittlung eingestellt und es konnte in beide Richtungen selbst gewählt werden. Dabei musste man allerdings wissen in welchem Vorwahlbereich sich der Mobilteilnehmer befand. Zum Beispiel 0611-05-Rufnummer für einen Teilnehmer der sich im Bereich Frankfurt aufhielt.

Die maximale Teilnehmerzahl betrug 16.000 und nach einer Erweiterung der Funkkanäle waren dann bis zu 27.000 Teilnehmer im B-Netz möglich. Es war sogar im begrenzten Rahmen Roaming möglich, in den Nachbarländern Österreich, Niederlande und Luxemburg.

Der monatliche Grundpreis betrug beim B-Netz anfangs 270.- DM, später 120.- DM. Der Preis eines Autotelefons belief sich auf ca. 12.000.- DM. Ende 1994 ging das B-Netz außer Betrieb.

Das C-Netz



Das C-Netz wurde in Deutschland 1985 in Betrieb genommen. Hiermit war man erstmals im ganzen Bundesgebiet unter einer Rufnummer erreichbar, ohne die regionale Vorwahl. Da nun mehr Basisstationen aufgestellt wurden, war die Sendeleistung der Geräte geringer, somit auch der Stromverbrauch und es konnten kleinere Geräte produziert werden. Die ersten waren ungefähr so groß wie ein Kofferradio und das erste tragbare Gerät wurde 1987 von Siemens eingeführt. Es konnten auch Datenverbindungen über DATEX und Faxverbindungen hergestellt werden, allerdings nur mit einer geringen Datenübertragungsrate von 2400 bit/s.

Die maximale Teilnehmerzahl Mitte 1993 betrug 803.000. Der Monatsgrundpreis betrug anfangs 120.- später 19.- DM. Das C-Netz wurde in Deutschland zum Jahresende 2000 abgeschaltet.


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